Einfach unbestechlich: Werbeartikel und Compliance

Das Thema Compliance kommt im Marketingsektor häufig zur Sprache und wird auch immer wieder mit gegenständlichen Werbeträgern in Zusammenhang gebracht. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Verteilen von Werbeartikeln dem Tatbestand der Bestechung bzw. der „unlauteren Beeinflussung betrieblicher Entscheidungen durch Zuwendungen” entspreche. Im Folgenden möchte ich daher schnell und unkompliziert anhand fünf einfacher Fakten erläutern, wieso Sorgen bezüglich Werbeartikeln im Sinne der Compliance meistens vollkommen unbegründet sind.

Fakt 1:
Generell gilt es, Geschenke und Werbeartikel zu unterscheiden.
Ein Geschenk zeichnen sich, besonders wenn es wertvoll und individuell ist, dadurch aus, dass es als persönliche Zuwendung verstanden wird.
Werbeartikel hingegen sind Gegenstände, die meist keinen hohen Wert aufweisen, in hohen Auflagen gefertigt werden und einem Zweck, nämlich der Werbung, dienen. Sie sind Kommunikationsmittel, keine Geschenke.

Fakt 2:
Eine gesetzlich festgelegte Wertobergrenze für Werbeartikel gibt es in Deutschland nicht. Jedes Unternehmen darf hier seine eigenen Verhaltensrichtlinien festlegen.

Fakt 3:
Der Arbeitskreis Corporate Compliance betitelt z.B. in seinem Kodex zur Abgrenzung von legaler Kundenpflege und Korruption Werbeartikel mit einem Wert von bis zu 50 Euro als “kleinere Aufmerksamkeiten” und kategorisiert sie im Bezug auf Compliance als völlig unproblematisch. Die monetäre Obergrenze bezieht sich dabei auf das Werbemittel, nicht auf eine jährliche Höchstgrenze pro Empfänger.
Eine Ausnahme stellt das Gesundheitswesen dar, für das andere Regelungen gelten.

Fakt 4:
Die steuerrechtlichen Wertobergrenzen (35-Euro- und 10-Euro-Grenze) haben keine Relevanz für Werbemittel.

Fakt 5:
Werbeartikel sind nicht in der Lage, die persönliche, wirtschaftliche oder rechtliche Situation ihres Empfängers zu verbessern. Demzufolge ist eine unlautere Beeinflussung von Entscheidungen bzw. ein derartiger Versuch durch Werbemittel nicht möglich.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit einige hilfreiche Argumente gegen ein eventuell bei Ihren Kunden thematisiertes Annahmeverbot von Werbemitteln an die Hand geben konnte.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail  oder telefonisch unter 02175 99067-0 zur Verfügung.

Ihr Ralf Hesse

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